Die Berkel fließt und flimmert

Was kommt dabei heraus, wenn eine junge Filmemacherin und ein pensionierter Journalist aus dem Nachbarland einen Film über einen langweiligen Fluss drehen wollen? Ein zauberhaftes, sehenswertes Werk mit Tiefgang!

Anna Schlottbohm, in Darup geboren, und Willem Koostra aus dem Achterhoek haben sich gesucht und gefunden. Nach allen Regeln der Kunst haben sie einen professionellen Film produziert, der ganz unspektakulär daher kommt, so wie die Berkel eben. Da ist zum Beispiel Josef Goyke, der alte Schäfer aus Billerbeck, der das Vogelnest in seiner Arbeitsjacke zeigt. Ruhige Bilder, leise Töne, zurückhaltende Kommentare: Alles fließt so daher wie der Fluss zwischen seinen schönen und weniger schönen Ufern.

„Wir beschlossen, nicht die Berkel von oben zu drehen, sondern aus Portraits der am Fluss lebenden Menschen ein Bild vom Berkeltal zusammenzusetzen“, erklärte Anna Schlottbohm dazu. Eine Idee, die mich überzeugt. Was die Menschen vor der Kamera zu erzählen haben, ist witzig, anrührend, spannend und oftmals überraschend. Das geht so von Billerbeck bis zur Mündung in Zutphen. Von Hollywood ist das alles weit entfernt, aber ganz nah dran am wirklichen Leben. Nicht beurteilend, vielmehr sehr poetisch und oftmals sehr persönlich. Ein Heimatfilm im besten Sinn des Wortes. Meine Empfehlung!

Der Film „Die Berkel“ läuft am 20. September 2018 um 19:00 Uhr im Cinema an der Warendorfer Straße in Münster. Im Leinwandformat ist er bestimmt am schönsten. Andernfalls kann man ihn auf DVD sehen, erhältlich im LWL-Landesmedienzentrum in Münster.

Übrigens: Besucher des Erzählsalons kennen Anna Schlottbohm schon, denn sie hat im Rahmen unserer Veranstaltung in der Familienbildungsstätte über ihr Filmprojekt gesprochen.

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