Feldpost von Uropa Fritz

Am 8. Juli 1915 kam mein Uropa Fritz als Landwehrsoldat an die Westfront. Für meine meine Uroma Maria hieß das: Sie musste von diesem Tag an mit ihren damals vier Kindern allein zurechtkommen.

Er schickte ihr Postkarten. Ein kleiner Stapel ist noch da. Die Fotografien auf den Vorderseiten zeigen meistens Gruppenbilder von Soldaten. Geschrieben hat er nicht viel:

"Im Felde. Liebe Maria! Mir geht’s, wie du siehst, gut. Euch hoffentlich auch. Herzliche Grüße Euer Papa … Heute anstrengenden Marsch zum neuen Schanzort gemacht. Massenquartiere … Es geht uns vorläufig ganz gut hier. Näheres später … Ich denke, ihr habt euch jetzt vom Schrecken erholt …"

Welchen Schrecken er meinte, schrieb er nicht. Vielleicht die Schlacht von Verdun. Es ist gut möglich, dass er dabei war.

Auf den ersten Blick sehen die meisten Gruppenbilder irgendwie ähnlich aus. Doch die Gesichter verändern sich im Lauf der Zeit deutlich. Auf frühen Fotos sind die Blicke wach und selbstbewusst, aber  allmählich werden sie müde und leer. Mit jedem Kriegsjahr mehr und mehr.

Die Frontsoldaten trugen ihre Gasmasken in den runden Blechdosen immer am Mann. Fritz ist der 4. von rechts.

Seine Gasmaskendose steht jetzt neben mir in meinem Bücherregal.

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